15.02.2019

"Engagement für die EU und die Solidarität in der Welt"

"Hannover - Internationale Stadt" mit hehren Zielen - AfD mit Skepsis

Hannover (afd) - Heute im "Ausschuss für Angelegenheiten des Geschäftsbereiches des Oberbürgermeisters" (kurz "OB-Ausschuss"): Stefan Schostok stellte das neue Handlungskonzept "Hannover - internationale Stadt" vor, das darauf abzielt, die internationalen Beziehungen der Stadt "in einem strategischen Rahmen gezielt weiterzuentwickeln". Schon jetzt zeichne sich Hannover als weltoffene, multikulturelle und international vernetzte Großstadt aus. Jetzt gehe es um eine weitere Stärkung des Standorts Hannover, die Förderung des interkulturellen Verständnisses, das Engagement Hannovers für die EU und die Solidarität in der Welt. Und so weiter, und so fort.

Erst einmal ist anzumerken, dass Deutschland, in der Mitte Europas, schon immer vielfältigen Einflüssen ausgesetzt war - und diese auch begierig aufgesogen hat: in der Kunst, in der Wissenschaft, im Sport, in der populären Kultur und auf vielen anderen Gebieten. Weltoffenheit, das Interesse für das Fremde, gehört sozusagen zur deutschen DNA. Von den traditionell vielfältigsten internationalen Wirtschaftsbeziehungen gar nicht zu reden. Nachhilfe bei "interkulturellem Verständnis" braucht Deutschland gewiss nicht.

Und natürlich ist es schön und bereichernd, dass bei uns beachtliche Kolonien von Amerikanern, Franzosen, Briten, Italienern, Chinesen und viele weitere Nationalitäten zu Hause sind. Die allerwenigsten von ihnen dürften ja auch den Sozialkassen auf der Tasche liegen. Ratsherr Sören Hauptstein, der die AfD im OB-Ausschuss vertritt, goss einen kräftigen Schuss Wasser in den Wein der Begeisterung über die ach so tolle "Weltoffenheit" - wenn sie für alles und jedes herhalten muss und offenbar auch die größten Fehlentwicklungen rechtfertigt!

"Solidarität" bitte auch mit den künftigen Generationen!

Hauptstein wies drauf hin, dass "Integration" häufig eben nicht gelingt, dass falsch verstandene und schief gelaufene "Weltoffenheit" zu erheblichen sozialen Verwerfungen geführt hat und weiter führt: etwa in den Stadtteilen Sahlkamp und Mühlenberg. Und was "Verantwortung und Solidarität" angehe, da solle Schostok statt "an die EU und die Welt" erst einmal an die eigenen Leute denken und Solidarität mit den künftigen Generationen zeigen, denen die Stadt einen riesigen Schuldenberg aufbürdet, oder auch mit den Obdachlosen vor der eigenen Tür. Er wünsche sich hier seitens der Stadt mehr Selbstkritik und Demut, sagte Hauptstein.

"Hannoveraner"-Ratsherr Gerhard Wruck mahnte an, bei aller "Internationalität" das spezifisch Hannoversche, Regionale, Deutsche zu erhalten und nicht geringzuschätzen. Wenn die internationalen Besucher in Hannover das gleiche "Internationale" vorfänden wie sonst überall auch: Weshalb sollten sie dann noch nach Hannover kommen, fragte Wruck. (afd/aup)


Drucken E-Mail