16.07.2021

+++AfD-Ratsherr Markus Karger brachte Onays Kandidatin ins Schwimmen+++

Hannover (afd) - Schwere Niederlage für Hannovers grünen OB Belit Onay in der Ratsversammlung am Donnerstag: Seine Kandidatin Anja Ritschel ist in der geheimen Wahl einer neuen Umwelt- und Wirtschaftsdezernentin gescheitert. Ritschel erhielt nur 31 Stimmen, 33 wären erforderlich gewesen. Das rot-grün-gelbe Mehrheitsbündnis im Stadtrat verfügt über genau diese 33 Stimmen plus Onays Stimme. Es muss also mindestens drei Abweichler in den eigenen Reihen gegeben haben. Möglicherweise waren es aber auch mehr, denn es ist sehr gut vorstellbar, dass Ritschel auch Stimmen von den Kommunisten („Linke"/Piraten) und aus der Clowns-Partei („Die Partei") erhalten hat.

Eins ist jedenfalls klar, und die AfD bekennt es offen: Wir haben Frau Ritschel, eine Grüne und voll auf „Wir müssen Hannover klimaneutral machen"-Kurs, nicht gewählt. - Frau Ritschel hatte sich in den vergangenen Wochen bei den verschiedenen Rathausfraktionen vorgestellt, natürlich auch bei der AfD-Fraktion. Bemerkenswert war nun, dass ihr am Donnerstag nach ihrer öffentlichen Bewerbungsrede in der Ratsversammlung im HCC kaum noch weitere Fragen gestellt wurden.

 

Frage nach „1,5-Grad-Ziel" - Keine Antwort

Nur die AfD-Fraktion und die „Hannoveraner" nahmen sich Frau Ritschel noch einmal zur Brust (Möglicherweise kam auch noch etwas aus einer anderen Fraktion, aber wenn, war es so unerheblich, dass wir es schon wieder vergessen haben. Jedenfalls können wir uns an nichts erinnern.) Und AfD-Ratsherr Markus Karger brachte Frau Ritschel schwer ins Schwimmen. Danach gefragt, auf welchen Basiswert, welches Basisjahr sich das von ihr beim „Kampf gegen den Klimawandel" immer genannte „1.5-Grad-Ziel" denn eigentlich beziehe, wusste Frau Ritschel keine Antwort - außer weitschweifigen und allgemeinen Bekundungen. Auch auf Kargers nochmalige Nachfrage kam nichts Konkretes und Präzises.

Ebenso wenig konnte Frau Ritschel bündig auf die Fragen von „Hannoveraner" Gerhard Wruck antworten, was sie eigentlich unter „Klimaneutralität" verstehe, und wie sie das Ziel erreichen wolle, „Hannover bis 2035 klimaneutral" zu machen.
 

Bei den Grünen muss es ja unbedingt eine Frau sein

Onay sagte später in einem HAZ-Interview: „Die Wahlniederlage ist ohne Zweifel ein historischer Tiefpunkt. " Na ja, Herr Onay, so dick müssen Sie nun auch nicht auftragen, aber mit dem folgenden Satz liegen Sie wohl richtig: „Auch für mich persönlich ist die gescheiterte Wahl ein herber Rückschlag und eine Niederlage."

Dieses Debakel hat Herr Onay in der Tat niemand anderem als sich selbst zuzuschreiben. Frau Ritschel war einzig und allein seine Wahl. Es gab auf die Ausschreibung des neuen Dezernentenpostens 42 Bewerbungen, und ausgerechnet für Frau Ritschel, die bei den Ratsmitgliedern insgesamt keinen überzeugenden Eindruck hinterließ, hat er sich entschieden. Aber es musste ja - so sind sie nun mal, die Grünen - unbedingt eine Frau sein, nachdem Onay bereits zwei Männer als Dezernenten installiert hat. (Die neue Sozialdezernentin hat ihm die FDP aufs Auge gedrückt.) Dabei kamen jetzt von den 42 Bewerbungen nur acht von Frauen. Doch die 34 Männer hatten wohl von vornherein keine Chance.

 

„Man schlägt den Sack, aber meint den Esel"

Dass Frau Ritschel auf etliche Ratsmitglieder keinen überzeugenden Eindruck machte, ist nur ein Aspekt der Sache. Es ist sicher ein Grund für ihr Scheitern, aber nicht der alleinige. Der andere wird sehr schön mit dem alten Sprichwort beschrieben: „Man schlägt den Sack, aber meint den Esel": Wobei, klar, Frau Ritschel der Sack und Herr Onay der Esel ist.

Herr Onay hat nämlich mit seinen jüngsten Eskapaden - Straßensperrungen, Innenstadt-Firlefanz („Experimentierräume") - viel Unmut auf sich geladen, namentlich auch aus der FDP. Bei diesem „Ampel"-Bündnispartner wurden denn auch sofort die drei Abweichler vermutet, was zahlenmäßig ja auch perfekt passen würde. Die FDP aber widersprach und beteuerte: Zwei von unseren drei Ratsmitgliedern haben Frau Ritschel gewählt. Das kann stimmen oder auch nicht.
Möglich ist auch, dass noch alte offene Rechnungen beglichen wurden. Der eine oder die andere aus der SPD könnte es Herrn Onay bis heute übelnehmen, dass er der SPD nach 70 Jahren den Oberbürgermeister-Sessel weggenommen, kann man spekulieren. Auch die bevorstehenden Kommunalwahlen am 12. September könnten eine Rolle gespielt haben und aus Sicht der SPD ein Motiv gewesen sein, Onay und damit die konkurrierenden Grünen zu schwächen.

Und in diese Gemengelage ist Frau Ritschel nun hineingeraten. Es ging bei dieser Wahl also nicht nur um eine schwache Kandidatin, es ging auch um und gegen Onay. (afd/aup)


 

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